Mittelstand – D&O Versicherung ist Mangelware

D&O-Versicherung – was ist das?
D&O = „Directors and Officers“: meint die verantwortlich handelnden Personen eines Unternehmens (Geschäftsführer, Vorstände) und die Mitglieder von Kontrollgremien (Aufsichtsräte, Beiräte). Die D&O-Versicherung wird üblicherweise vom Unternehmen für diese Personen bezahlt.

Die Versicherung deckt eventuelle Haftungsrisiken der versicherten Personen ab (gegenüber dem Unternehmen und gegenüber Dritten). Der überwiegende Anteil der Haftungsfälle ist gegenüber dem Unternehmen (!), in seltenen Fällen gegenüber Dritten (Kunden, Lieferanten, Banken, Gesellschafter/Aktionäre). In der Praxis geht es häufig um die Kostenübernahme von Anwälten und/oder Gutachtern für eine qualifizierte Haftungsabwehr.

Eine solche Versicherung ist heute bei Börsenunternehmen Standard, bei Unternehmen mit Fremdmanagern zumindest weit verbreitet, im typischen Mittelstand aber eher seltener anzutreffen. Das ist zwar grundsätzlich nachvollziehbar, da hier Eigentümer und Geschäftsleitung häufig identisch sind oder zumindest in enger Beziehung stehen, und eine Haftung deshalb eher als interner Sachverhalt betrachtet wird. Es gibt jedoch mindestens zwei Ereignisse im Lebenszyklus eines Unternehmens, bei dem auch ein geschäftsführender Gesellschafter in die Haftungsfalle geraten kann.

Fall 1: Verkauf des Unternehmens
Wird zum Beispiel eine GmbH als Ganzes verkauft (share deal), und wurden keine auf einen konkreten Haftungsausschluss zielenden Vereinbarungen getroffen, kann der Käufer den bisherigen Geschäftsführer für vergangene Fehler haftbar machen – bis zu fünf Jahre nach Eintreten dieser potenziellen Verfehlung; ein inzwischen immer beliebter werdendes Instrument zur „Nachbesserung des Kaufpreises“. Allein die erwartbaren Kosten für die Abwehr eines solchen Haftungsfalls können schon eine Versicherung rechtfertigen.

Fall 2: Insolvenz des Unternehmens
Gleiches gilt grundsätzlich auch im Falle einer Insolvenz – Haftungsansprüche von Gläubigern bzw. des Insolvenzverwalters gegenüber dem ehemaligen Geschäftsführer.

Mit geeigneten Maßnahmen lassen sich solche unerwarteten Haftungsfälle vermeiden. Eine davon ist eine D&O-Versicherung; Auswahl und Gestaltung der Leistungsinhalte, respektive der Leistungsausschlüsse, erfordern allerdings besondere Sorgfalt und fachmännischen Rat, der bei ausgewählten Maklern zu erhalten ist. Manche Risiken lassen sich aber auch durch geeignete Gestaltung von Rahmenbedingungen und Verträgen vermindern oder vermeiden. Auch hier empfiehlt sich eine kompetente externe Begleitung.

Allen Lösungesansätzen gemeinsam ist – rechtzeitige Vorkehrung schützt vor späteren Folgen – wenn der Haftungsfall schon droht, ist es leider häufig zu spät für einfache Lösungen.

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